20.12.2018 – Staatsoberhäupter der Republik Estland. Toomas Hendrik Ilves

By | 14/12/2018

* 26.12.1953 in Stockholm
Präsident der Republik
09.10.2006-10.10.2016

Präsident Toomas Hendrik Ilves wurde am 26. Dezember 1953 in Stockholm in einer Flüchtlingsfamilie geboren. 1957 zog Ilves mit seiner Familie in die USA, wo er 1976 die Columbia-Universität abschloss und 1978 an der Universität von Pennsylvania einen Magistergrad in Psychologie ablegte.
1984 zog Ilves nach Deutschland und arbeitete in München bei Radio Freies Europa.
1993–1995 war Ilves in Washington Botschafter der Republik Estland in den Vereinigten Staaten von Amerika. In dieser Zeit initiierte er in Estland das Programm Tigersprung (est Tiigrihüpe).
1996–1998 und 1998–2002 diente Ilves als Außenminister. Das damalige Hauptziel war der Beitritt Estlands zur EU und NATO. Als Verdienst von Ilves wird die im Jahr 1997 ausgesprochene Einladung zur Aufnahme der Beitrittsverhandlungen entgegen vorheriger Einschätzungen angesehen.
2002–2004 war Ilves Parlamentsmitglied in Estland. 2004 wurde er ins Europäische Parlament gewählt, dort wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses gewählt. Als Mitglied im Europäischen Parlament initiierte er die Ostsee-Strategie, die zu einer offiziellen Regionalpolitik der Europäischen Union wurde.
2006 wurde Ilves zum Präsidenten der Republik Estland gewählt und 2011 begann er seine zweite Amtszeit. Während seiner Amtszeit leitete Präsident Ilves mehrere bedeutende Institutionen der Informations- und Kommunikationstechnologie der EU.
2011–2012 war er Vorsitzender der Arbeitsgruppe für E-Gesundheit der EU und 2012–2014 auf Einladung der Europäischen Kommission Vorsitzender des Lenkungsausschusses der Europäischen Cloud-Partnerschaft. 2013 leitete Ilves die weltweite Zusammenarbeit der ICANN im Internet und das Gremium der Regierungssachverständigen. Von 2014 bis 2015 war Ilves Ko-Präsident des Panels des Weltentwicklungsberichts der Weltbank 2016 „Digitale Dividende“ und seit Juni 2014 ist er Vorsitzender des internationalen Ausschusses des Weltwirtschaftsforums zum Thema Cyber-Sicherheit.
Das Interesse von Ilves an Computern begann schon in seiner Kindheit – als 14-Jähriger erlernte er das Programmieren und ein Vierteljahrhundert später führte dies zur Idee des Tigersprungs. Seit der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Estlands hat er die Entwicklung der E-Regierung gefördert.
Ilves setzte seine Arbeit im Bereich E-Regierung und Cyber-Sicherheit auch nach seiner Amtszeit als Präsident fort. 2017 nahm er die Arbeit an der Universität Stanford auf. Im selben Jahr trat er dem Beratungsgremium des German Marshall Fund’s Alliance for Securing Democracy bei und 2018 dem Beratungsgremium des Zentrums für Technologie und Globale Beziehungen der Universität Oxford. 2018 wurde er auch Mitglied in der Kommission für Wahlen und Demokratie im digitalen Zeitalter, die von Koffi Annan ins Leben gerufen wurde.
In den letzten Jahren hat Präsident Ilves auf vielen internationalen Gesprächsforen über die europäische Integration, die transatlantischen Beziehungen, die E-Regierung, die Cyber-Sicherheit und die Gewährleistung von demokratischen Prozessen gesprochen.
Die Tätigkeit von Toomas Hendrik Ilves als Initiator der E-Regierung und Verfechter der liberalen Demokratie wurde durch viele Auszeichnungen anerkannt, darunter die Auszeichnung für globale Leader der Cyber-Sicherheit des Boston Global Forums, den Reinhard Mohn Preis der Bertelsmann Stiftung, die Auszeichnung des Ritters der Freiheit der Kazimierz Pułaski Stiftung und die Freiheitsauszeichnung des Atlantic Councils.
Ilves hat Essays und Artikel zu verschiedenen Themen veröffentlicht, darunter im Bereich estnische Sprache, Geschichte, Literatur sowie internationale Außen- und Sicherheitspolitik. Zu den von ihm veröffentlichten Büchern gehören Essaysammlungen auf Estnisch, Finnisch, Lettisch, Russisch und Ungarisch.

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