17.11.2017 – Aus den beständen des estnischen Kunstmuseums. Ülo Sooster. Wacholderbuschwald. 1962

By | 11/11/2017

Als Künstler, der von der Insel Hiiumaa stammt, deren Lebensweg ihn zum Studium nach Tartu brachte, von dort in den sowjetischen Gulag und von dort wiederum nach Moskau ins Zentrum der Untergrundkunst, blieben die Hauptmotive der Kunst von Ülo Sooster (1924 – 1970) immer Wacholderbüsche, Fisch und Ei. Diese archetypischen Motive der Inselnatur ermöglichten es Sooster sich sowohl in die Geheimnisse der doppelschichtigen Darstellung als auch ins Urteil des Universums zu vertiefen. Obwohl man es in der estnischen Kunst geliebt hat immer wieder Wald darzustellen, ist „Wacholderbuschwald“ (1962) nicht wirklich ein gewöhnliches Naturmotiv. In dieser fast symmetrischen Komposition wird der Wacholderbuschwald zum geheimnisvollen Geistessymbol des Künstlers. Laut dem guten Freund von Sooster, Ilja Kabakov, hat die gesamte Kunst von Ülo mythologische Elemente und sogar wenn der Künstler die allereinfachsten Dinge malen wollte, kam trotzdem ein kosmischer Apparat heraus.

Forum.